Vulkansteinheim

  • Steinheimer Onyx und Steinheimer Opal

Der Basalt unserer Region stammt von den Ausbrüchen des Vogelsbergs (größtes Vulkangebiet Europas) bis vor sieben Millionen Jahren. Die Lava floss von den großen Kratern bis hierher und kam auch direkt vor Ort aus Schloten aus dem Boden. Der heute reichlich vorzufindende Basalt ist vermutlich der Grund für die Benennung des Ortes „Steinheim“. Schon seit der Steinzeit wurde hier Stein gebrochen und über die Jahrhunderte vielseitig eingesetzt. Beim Abbau fand man auch Opal, Onyx und Chalcedon. Diese Edelsteine bilden sich im Zuge vulkanischer Aktivität und finden als Schmucksteine Verwendung. Der Chalcedon wurde in der Steinzeit nachweislich als Werkzeug genutzt. Der reichlich vorkommende Basalt diente als Baustoff, so finden wir ihn noch heute in der Stadtmauer und älteren Gebäuden.

Ein erster Steinbruch befand sich bei der Stabels Lisbeth zwischen Main und Wald, wovon ein See zurückblieb, welcher später von der Offenbacher Landstraße geschnitten wurde. Der ehemalige Gemeindesteinbruch unterhalb der neuen Kirche, auch als Rothscher Steinbruch bekannt, wurde bis in die 1890er Jahre genutzt und lieferte Material für Bürgerhäuser. Schon seit ca. 1670 kam der Basalt auch vom Lämmerspieler Weg. Heute erinnern dort noch der See, Reste von Betonbauten, das Trafohaus und vor allem die Verladerampe („Plattform“) mit herausstehenden Schienen der Feldbahn, welche von dort in die heutige Schönbornstraße führten. Die meisten Bauten der Steinheimer Vorstadt bestehen aus Steinen von dort. Noch gut sichtbar ist der vergangene Abbau an der Villa Stockum am Hainberg, wo die Familie Spielmann nach 1810 begann, den Boden aufzubrechen.

Roussellsche Steinbrüche, um 1895

Bild: aus Steinheimer Bilderbücher von Leo Mayer

Steinheimer Steinbrucharbeiter um 1910

Bild: Medienzentrum Hanau-Bildarchiv / MZHU4685_F6

In Klein-Steinheim wurde um 1890 im Wald unter anderem an der Teufelskaute durch die Vereinigte Roussellesche Basaltwerke GmbH sowie Roth, Ignaz und Imgram und anderen Unternehmern industriell abgebaut. Die Hugenottenfamilie Rousselle kam über Hanau im frühen 18. Jahrhundert nach Steinheim. Von den Steinbrüchen finden sich noch heute zahlreiche Nachweise in Form von verzweigten alten Schienensträngen (älteste Feldbahn der Region), Wegen, Gebäuderesten, Gruben und Seen im gesamten Waldgebiet von Steinheim und Dietesheim. Vor allem am Übergang vom ehemaligen Brechwerk an der Pfaffenbrunnenstraße zum Wald existieren noch Gebäude aus dieser Zeit, sowie die Bahnunterführung zur Offenbacher Landstraße und dem Main, durch welche die Loren zur Verladung auf Mainschiffe fuhren. An der Pfaffenbrunnenstraße gab es auch ein Brechwerk.

Den Basalt aus dem Wald findet man heute noch in der ganzen Region, in Steinheim ist unter anderem die Marienkirche und der Wasserturm aus ihm erbaut. Heute kennt fast jeder in der Region die Steinbrüche im Wald zu Steinheim und Mühlheim als beliebtes Naherholungsgebiet. Mitten im Wald findet man eine ruhige, geschützte und weit verzweigte Seenlandschaft mit malerischen Klippen.

 

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